Sport- und Fitnesskaufleute erfolgreich rekrutieren

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Azubis dringend gesucht

Immer mehr Fitnessstudios berichten, dass es zunehmend schwieriger wird, geeignete junge Talente für den Beruf des Sport- und Fitnesskaufmanns bzw. der Sport- und Fitnesskauffrau zu gewinnen. Während die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in der Fitness- und Gesundheitsbranche stetig steigt, bleiben Ausbildungsplätze und Einstiegspositionen oft unbesetzt. Wie gelingt es, die Generation Z für diesen Beruf zu begeistern und sie langfristig zu halten?

 

Sport und Fitnesskaufmann Jobs besetzen: So überzeugst du junge Talente

 

Warum es so schwer geworden ist

Mehr als die Hälfte der Ausbildungsbetriebe in Deutschland kann offene Plätze nicht vollständig besetzen, in einigen Berufen: darunter auch Sport- und Fitnesskaufleute, gehen die Bewerberzahlen deutlich zurück. Parallel dazu weitet sich der Fachkräftemangel in der Fitness- und Gesundheitsbranche weiter aus, viele Stellen bleiben trotz hoher Nachfrage nach Angeboten im Markt unbesetzt.

Für junge Menschen gibt es heute deutlich mehr Optionen: duale Studiengänge, andere Dienstleistungsberufe, aber auch die Möglichkeit, sich zunächst zu orientieren oder flexibel in Minijobs und Teilzeitmodellen zu arbeiten. Gleichzeitig haben wirtschaftliche Unsicherheiten und Kostendruck dazu geführt, dass manche Betriebe ihr Ausbildungsengagement zurückfahren, obwohl sie langfristig Fachkräfte benötigen.

 

Was die Generation Z wirklich will

Die Generation Z sucht Arbeitgeber, bei denen Arbeit sinnvoll ist und zum eigenen Lifestyle passt. Viele möchten ihr Hobby „Fitness“ zum Beruf machen, erwarten dann aber ein Umfeld, das moderne Arbeitsbedingungen, Entwicklungschancen und echte Wertschätzung bietet.

Wichtige Erwartungen im Überblick:

  • Sinn und Purpose: Ein Beitrag zu Gesundheit, Wohlbefinden und Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle.

  • Work-Life-Balance: Planbare Arbeitszeiten, möglichst wenige Dauer-Spätschichten und faire Wochenendregelungen sind entscheidend.

  • Entwicklung: Klare Perspektiven, etwa durch Lizenzen, Fortbildungen, duale Studiengänge oder den Aufstieg zur Studioleitung.

  • Kultur: Wertschätzende Führung, Feedback auf Augenhöhe und ein Teamklima, in dem man sich wohlfühlt.

Wer diese Punkte in Stellenanzeigen, auf Karriereseiten und in Bewerbungsgesprächen konkret macht, statt nur ein „junges, dynamisches Team“ zu versprechen, verschafft sich einen klaren Vorteil im Recruiting.

 

Recruiting dort, wo junge Menschen sind

Die Generation Z informiert sich primär digital, vor allem über Social Media. Klassische Stellenanzeigen auf Jobbörsen oder Aushänge im Studio reichen daher nicht mehr aus, um genügend Bewerbungen zu generieren.

Kanäle, die aktuell besonders gut funktionieren:

  • TikTok: Kurze, authentische Einblicke in den Studioalltag, Azubis und junge Mitarbeitende als Gesichter des Kanals, kombiniert mit aktuellen Trendsounds.

  • Instagram: Karussell-Posts zu Ausbildungsinhalten, Reels mit Azubi-Interviews, Stories aus dem Backoffice und Q&A-Sessions rund um den Einstieg in die Fitnessbranche.

  • Karriere-Highlights im Profil: Permanente Story-Highlights wie „Ausbildung“, „Team“ oder „Dein Start“ mit klaren Call-to-Actions.

  • Eigene Azubi-Landingpage: Kurze Texte, viele Bilder und Videos sowie eine einfache Online-Bewerbung per Formular oder Messenger.

Viele Unternehmen erzielen hohe Reichweiten, indem sie authentisch und nah an der Lebenswelt junger Nutzerinnen und Nutzer kommunizieren – ein Ansatz, der sich auch im kleineren, lokalen Rahmen umsetzen lässt.

 

Typische Fehler im Umgang mit jungen Talenten

Viele Betriebe verschenken Potenzial, weil sie im Recruiting noch mit veralteten Denkmustern arbeiten. Häufige Fehler sind:

  • Unklare Rollenbilder: Die Ausbildung wird als „Theke und Putzen“ wahrgenommen, statt betriebswirtschaftliche Inhalte, Kundenmanagement und Trainingsnähe hervorzuheben.

  • Schwer zugängliche Bewerbung: Lange Formulare, klassische Anschreiben und aufwendige Lebensläufe schrecken ab; bevorzugt werden einfache Smartphone-Bewerbungen in wenigen Minuten.

  • Langsame Rückmeldungen: Wer sich erst nach zwei Wochen meldet, verliert viele Kandidatinnen und Kandidaten an andere Arbeitgeber.

  • Leere Phrasen: Aussagen wie „Wir sind wie eine Familie“ wirken ohne konkrete Beispiele wenig glaubwürdig.

Praxis-Tipp: Aktuelle Azubis können in kurzen Videos ehrlich erzählen, was gut läuft und was sie zu Beginn überrascht hat. Authentizität wirkt stärker als Hochglanz.

 

Arbeitsbedingungen, Entwicklung und Benefits als Hebel

Arbeitsbedingungen sind heute ein zentrales Entscheidungskriterium, auch in der Fitnessbranche. Transparente Dienstpläne, Wunschdienst-Modelle und ein fairer Umgang mit Überstunden sind klare Wettbewerbsvorteile.

Konkrete Ansatzpunkte:

  • Planbare Dienste: Frühzeitige Einsatzplanung, feste Lernzeiten und klare Absprachen zu Prüfungsphasen.

  • Entwicklung: Finanzierung von Trainerlizenzen, Spezialisierungen (z. B. Rehasport oder Athletiktraining) sowie die Option auf ein späteres duales Studium.

  • Benefits: Kostenlose oder vergünstigte Mitgliedschaften, Weiterbildungstage oder Zuschüsse für Mobilität und Verpflegung, angepasst an die Lebensrealität junger Talente.

Je transparenter diese Punkte kommuniziert werden, desto eher entsteht das Gefühl: „Hier investiert der Betrieb wirklich in mich.“

 

Gute Ausbildung ist die beste Werbung

Betriebe mit hochwertiger Ausbildung haben langfristig weniger Probleme, Nachwuchs zu finden. Mundpropaganda, Social Media und Weiterempfehlungen wirken wie ein nachhaltiger Recruiting-Verstärker – besonders in einer Branche, in der Hobby und Beruf eng miteinander verbunden sind.

Qualität in der Ausbildung bedeutet:

  • Durchdachter Ausbildungsplan: Wechsel zwischen Theke, Trainingsfläche, Verwaltung, Vertrieb und Marketing mit klaren Lernzielen.

  • Feste Ansprechpartner: Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Mentoren, die regelmäßig Feedback geben und Entwicklungsgespräche führen.

  • Schrittweise Verantwortung: Frühzeitige Übernahme kleiner Projekte, um Motivation und Bindung zu stärken.

 

Handlungsempfehlungen für dein Recruiting

Wer heute Sport- und Fitnesskaufleute gewinnen will, braucht ein klares Profil als moderner Ausbildungsbetrieb und muss dort sichtbar sein, wo junge Menschen ihre Zeit verbringen.

Kernmaßnahmen für Führungskräfte und HR-Verantwortliche:

  • Rolle neu denken: Den kaufmännischen, beratenden und organisatorischen Anteil der Ausbildung klar herausstellen.

  • Erwartungen ernst nehmen: Work-Life-Balance, Entwicklungsperspektiven und Sinnhaftigkeit konkret zeigen.

  • Social Media nutzen: Mit echten Einblicken, Azubi-Stories und klaren Bewerbungswegen präsent sein.

  • Prozesse vereinfachen: Niedrigschwellige Bewerbungen und schnelle, wertschätzende Rückmeldungen ermöglichen.

  • Ausbildung professionalisieren: Strukturierte Ausbildungspläne, Mentoring und gezielte Weiterbildungsförderung etablieren.

So steigt nicht nur die Zahl der Bewerbungen, sondern es entsteht langfristig ein stabiler Nachwuchspool für die Zukunft des eigenen Fitnessunternehmens.

Grafik zeigt einen Recruiting-Funnel für Azubis in der Fitnessbranche mit Fokus auf Generation Z, Social Media, einfache Bewerbung und hochwertige Ausbildung.